Für die damalige Entscheidung im arssacra Team aktiv zu werden, waren ich und meine Familie ein Wagnis eingegangen. Vieles, was mir lieb war verabschiedete ich.
Ich folgte einem eindeutigen Ja im Herzen, mit allem Weh und Ach, einem angstbesetzten immer wieder Zögern und in Zweifel ziehen, was sehr anstrengend war. Anfangs durchfror es mich an diesem Ort in Stettfurt.
Ich konnte nicht mal ahnen, welch eine Fülle sich mir öffnen würde.
Höhere Ordnung ist schön und aus ihr wird nur Schönheit geboren.. Der Schritt nach Stettfurt war in dieser Ordnung. Das war rückblickend meine erste deutlichste, Erfahrung, einem inneren Impuls zu gehorchen, trotz all der Widerstände ringsherum und in mir selbst. Und uns war es gelungen dieses Haus, was aus der Ordnung geraten war, in einen Ort der Fülle und Geborgenheit zu verwandeln.
In diesem Bericht möchte ich aus tiefstem Herzen Agnes Hidveghy danken, die mich unermüdlich ermuntert eigene Schritte zu wagen, meiner inneren Ordnung gehorchend.
Eine tiefe Dankbarkeit empfinde ich meinen Weggefährten gegenüber, namentlich erwähnt, wobei die Aufzählung keinerlei Wertigkeit hat : Susanne, Annick, Andreas, Marc, Philipp und Reijo. Und die vielen Freunde, denen wir in unseren Kursen sehr nahe gekommen sind.
Was für eine Fülle an echtem Wohlwollen, trotz gegenseitigen sich Zumutens mit all jenen Unvollkommenheiten, die ganz menschlich sind, Spiegelungen und immer wieder auf sich zurückgeworfen sein und doch nicht verlassen. Ich spüre ein Substrat, eine Verdichtung, die durch unser Bemühen entstanden ist. Es ist etwas, wodurch wir ein tragfähiges Netz gebildet haben, unter allen Schichten mit Menschen, die auf dem Weg sind zur inneren Freiheit. Ich finde, dass man das immer spürte, wenn wir uns mit anderen Menschen getroffen haben, aus welcher Tradition auch.
Wenn ich nun zurückschaue, kann ich sagen, die Aufgabe, die sich arssacra stellt, kann ich an mir erfahren. Ich erlebte durch die gemeinsame Arbeit an arssacra und mit arssacra eine Öffnung und Ausdehnung meines kreativen Potentials. Es fühlt sich so an, dass ich immer mehr zu dem werde, wozu ich eigentlich geboren war.
Die Entscheidung vor drei Jahren mich auf den Weg mit nucleus einzulassen, war aus dem Bedürfnis entstanden, all den inneren Reichtum, den ich durch viele, viele Impulse erhalten hatte, ins Handeln zu bringen, ins Fliessen zu bringen, in konkreter Alltagsarbeit.
Mich interessierte Spiritualität im Alltag schon immer, weil ich schon früh Verantwortung hatte für ein Kind. Aber es blieb mir lange ein Rätsel, wie ich mit den Aufgaben einer Frau auch auf dem inneren Weg verpflichtet bleiben konnte. Vorstellungen und Wertigkeiten lagen mir im Weg. Ich wollte und habe Übungen praktiziert, und war oft genug an dem vorbei gegangen, was im Augenblick zu tun gewesen wäre. Agi konnte mir als Frau zeigen, wie ein Impuls gangbar wird und der Alltag zur Übung wird.
Ich wollte meine vertikale Ausrichtung und Sehnsucht, auf die Erde bringen, mich horizontal ausbreiten, ohne die Vertikale zu verlieren.
Mehr und mehr lernte ich den Verbindungsort in mir zwischen den beiden Auspannungen wahrnehmen und konnte die wachsende Spannung von Zeit zu Zeit besser mal ertragen, mal auskosten oder kreativ nutzen. Ganz verschieden.
Ich hatte Furcht und Sehnsucht gleichzeitig, nach Zusammenarbeit mit anderen Menschen, nach sich Konfrontieren und Spiegeln, um so mehr Klarheit über mich zu gewinnen. In einer Zweisamkeit kann sich das Spiegeln in ein Polarisieren verkristallisieren und so viele Impulse im Keime ersticken.
Im Zusammensein mit unserem nucleus, habe ich sehr viel Bestätigung erfahren in meinen sonst vor allem für eine Familie ausgerichteten Fähigkeiten. Ich konnte sie ausbauen und zum Beispiel später mit grösserer Gelassenheit für Seminare einsetzen.
Eine ganz wesentliche neue Erfahrung ist, dass ich mit grosser Freude lerne und mich gerne in ein Studium vertiefe, das mir Einblick schenkt in Ordnungen unserer Schöpfung. Vor allem liebe ich es mich von emotionalen Erfahrungen und Verwirrungen durch einen objektiven Blick zu befreien, ohne mich von den Gefühlen abschneiden zu müssen. Wissen kann wie der Atem zu einer Leitschnur werden, dass durchträgt.
So ist mir das Studium der Bilder und der Astrologie, ein lebendiger Schatz geworden, dessen Vertiefung ich nicht mehr missen möchte.
Wissen verankert Liebe. Allmählich wird dieser Ausspruch für mich lebendig.
Ich beobachte, dass das Zusammensein und das Lernen mit Euch mir am Wichtigsten war. Die Astrologie hat mir eine staunende Sichtweise geschenkt, über das Wunder unserer individuellen Einzigartigkeiten. In Liebe und Euch immer dankbar.
© Beate Biank 23. Juni 2006
P.S. Stettfurt ist vorbei, es zieht nichts mehr von dort aus einer Sehnsucht zurück. Ich bin durch , frei und ohne meine alten Funktionen. Fühle mich etwas ausgespuckt an einem neuen Ort ohne Struktur , noch etwas verdattert und existentiellen Ängsten konfrontriert.
Das erhaltene Wissen möchte pulsieren und seinen Zweck erfüllen. Jetzt beginnt die eigentliche Prüfung, spüre ich.
Wie bleibt arssacra in mir lebendig, wie drückt es sich durch mich aus?
Beate
© ars sacra Juni 2006