Ideen zur Orientierung
Wissen zum Lernen
Praxis zum Wachsen
Therapie zum Heilen
Kunst als Weg
Ein Entwurf
Der Idee ars sacra liegt die 500 Jahre lang gelebte Spiritualität der Bruderschaft der Antoniter zugrunde. Den Bedürfnissen unserer Zeit entsprechend können ihre Ideen und ihr Praxis richtungweisend umgesetzt werden.
ars sacra ist gleichzeitig der Weg und das Ziel, die Einheit von der Idee und dem Umsetzen ins Tun, was zur Ganzheit unseres Seins hinführt.
Wir verstehen den Begriff ars sacra in seinem ursprünglichen Sinne. Dem liegt die Idee zu Grunde, dass der Mensch die ganze Oktave des siebenfachen Schöpfungsstrahles als Möglichkeit in sich trägt. Mit anderen Worten: Er ist mit einem schöpferischen Potential ausgestattet wie die Kraft, die jenseits des messbaren Kosmos wirkt. Erst wenn diese Anlage, die in jedem Menschen vorhanden ist, in ihrer vollen Bedeutung erkannt wird, kann sie zu einem tragenden Bestandteil des Lebens werden und zu einer Vollendung in Vollkommenheit führen.
ars sacra spricht diese schlummernde Möglichkeit in uns an. Ziel ist es, dieses Potential aufzuwecken und einen Weg zu suchen, der die Verwirklichung in einer individuellen Form ermöglicht. Das ist ein kreativer Prozess, der gleichzeitig zum Erkennen vom Sinn menschlichen Daseins führt.
ars sacra bedeutet den ganzen Weg, mit all seinen Bedingungen: Es beginnt mit dem Erwecken der Bereitschaft, einen Weg gehen zu wollen und beinhaltet das Entwickeln der individuell gegebenen Fähigkeiten. Es vermittelt Techniken, um auftauchende Hindernisse abzubauen und um eine Verwirklichung bis zum Konkreten zu erreichen.
Dieser Prozess ist nur im Einklang mit kosmischen Strukturen möglich und macht das Studium von entsprechendem Wissen notwendig. Solches Wissen wurde uns durch spirituelle Traditionen hinterlassen. Die Verwirklichung des verborgenen Potentials ist die Bestimmung jedes Menschen und nimmt bei jedem einzelnen eine einmalige Gestalt an. In diesem ursprünglichen Sinne führt uns ars sacra zur Kunst der Lebensgestaltung, zur Lebenskunst an sich, die ihren Ausdruck nicht unbedingt im Erschaffen künstlerischer Werke, sondern auch im Alltag findet.
Die Vollendung kann nie ein Selbstzweck sein, sondern muss in Bezug zu den Bedürfnissen und Möglichkeiten der jeweiligen Zeit und Kultur gesehen und als Aufgabe erkannt werden. Kunst wurde in allen grossen Kulturen in diesem Zusammenhang verstanden. Dadurch war Kunst im tiefsten Sinne des Wortes heilig: Sie schaffte Ordnung, brachte Heilung und Frieden. Durch künstlerische Gestaltungsprozesse geschieht bereits Heilung, und durch die unterschiedlichsten Arten künstlerischer Ausdrucksformen kann der Mensch direkt in seiner Ganzheit angesprochen und gefördert werden.
Aus diesem Grund haben grosse Kunstschulen nicht nur Techniken der Kunst, sondern auch Wissen universeller Gültigkeit übermittelt. Sie waren gleichzeitig Schulen der Verwirklichung. Die Schüler wurden dazu angeleitet, ihre Möglichkeiten wahrzunehmen und die Fähigkeit zu entwickeln, das Erkannte im gegebenen Rahmen auch umzusetzen. So wurde die erfahrene Wirklichkeit durch passende Kunstformen zum Ausdruck gebracht und das Erkannte direkt an andere übermittelt. Dieses Kunstverständnis ist in der europäischen Kultur mit der Zeit verloren gegangen und damit auch der Schlüssel zum Wissen, aus welchem diese Kunstwerke erschaffen worden sind. ars sacra möchte dieses umfassende Verständnis für Kunst wieder erwecken und beleben.
Das oben erwähnte Wissen beinhaltet das, was Platon Ideen genannt hat. Im Lichte des heutigen Verständnisses würden wir von kosmischen Informationen sprechen. Die Kosmischen Informationen spielen bei der Entstehung jeglicher Form und bei der Steuerung von allen Prozessen eine wesentliche Rolle. Sie verwirklichen in der Welt der Erscheinungen kosmisch gültige Strukturen, Zusammenhänge und Gesetze. Somit sind die gleichen Ideen oder Informationen auch auf den Menschen bezogen gültig und bestimmen ihn in seiner körperlichen, seelischen und geistigen Ganzheit. Sie wirken bis in unsere einfachsten alltäglichen Erfahrungen hinein. Sie bestimmen unsere inneren Prozesse und steuern die seelische Entwicklung. Mit ihrer Hilfe erschaffen wir uns eine eigene Welt und nehmen damit am Konzert der Schöpfung teil. Damit werden wir fähig, dem Menschen zugedachte kosmische Aufgabe zu erfüllen: Die erschaffene Welt mit ihrem Erschaffer wieder zu vereinen.
Die Symphonie des Kosmos hören zu lernen,
sie zu erkennen
durch das eigene Lied in sie einzustimmen:
das ist der Auftrag des Menschen
- das ist heilige Kunst -
ars sacra.
Die Akademie ars sacra ist von allen geistigen, religiösen, therapeutischen und künstlerischen Richtungen unabhängig. Sie richtet sich an Menschen, die für eine ganzheitliche Orientierung offen sind. An diejenigen, die nach neuen Impulsen suchen, welche eine neue Ausrichtung ermöglichen und zur Sinnfindung führen. Die Akademie vermittelt Wissen und bietet Praxis an, das Leben in seiner Fülle entfalten zu können um innerhalb der Einheit allen Seins den individuellen Auftrag zu erkennen und zu erfüllen.
Das Wissen in alten Kunstwerken, die spirituelle Traditionen hinterlassen haben, für unsere Zeit aufzuschlüsseln und nutzbar zu machen. Dadurch kann Kunst den ihr gebührender Platz einnehmen. Dieses Ziel kann erreicht werden, indem Kunst als Weg zur Verwirklichung wieder entdeckt, studiert und praktiziert wird.
Um dies zu realisieren, ist es notwendig, drei Bereiche im Menschen zu entfalten:
1. Bildung durch das Studium von Werken, die von spirituellen Traditionen hinterlassen wurden, in welchen Wissen übermittelt ist.
2. Heranbilden einer differenzierten Wahrnehmung, die es ermöglicht, mit der Wirklichkeit - sowohl innerseelisch wie auch in der Aussenwelt - in Beziehung zu treten.
3. Ausbilden einer Stärke, die zur Verwirklichungskraft wird; die Fähigkeit entfalten, praktisch umsetzen zu können, was im Lichte des Wissens erkannt worden ist.
Dieser komplexe individuelle Weg der Verwirklichung steht gleichzeitig im Einklang mit den Bedürfnissen des Umfeldes und im Dienste der Entwicklung zukünftiger Generationen.
Auf drei Ebenen:
1. Das Studium von Kunstwerken und Kunstformen mit dem dazugehörigen Hintergrundwissen, das erst den Zugang zum Verstehen von oben genannten Werken ermöglicht.
Das Wissen soll in Form von Vorträgen und Seminaren - verbunden mit Selbststudium - übermittelt werden. Im Zentrum des Studiums stehen die Kunstformen der europäischen Kultur mit ihren Wurzeln im Mittleren Osten. Dabei werden auch Einflüsse und Parallelen aus anderen Kulturen berücksichtigt.
Gegenstand der Studien.
Kunstwerke aus dem Bereich der Bildenden Künste
Musik
Schriften
"heilige" Tänze
Theater
Architektur
Hintergrundwissen beinhaltet:
Bilder verstehen
die Grundideen des Christentums und seinen Wurzeln (Judentum, griechische Erbe und Islam)
die heilige Geometrie
Astrologie als Kosmologie
das Enneagramm in Verbindung mit dem Oktavengesetz
wissenschaftliche Forschungen über die energetischen Strukturen des
menschlichen Körpers
Heilen
Sprachstudien (Hebräisch, Altgriechisch, Arabisch)
Geomantie
2. Kunst als Weg zur Entfaltung menschlichen Potentials
Therapeutische Arbeit: Körper- Atem- und Mentaltherapie, einzeln und in Gruppen: Das Freiwerden zum eigenen Weg wird durch das Lösen von Blockaden und hemmenden Konditionierungen ermöglicht.
Meditative Übungen:
a. Atem und Meditation
b. Musik und Gesang
c. Kalligraphie
d. heilige Tänze
e. Handarbeit
f. verschiedene Arten von schöpferischem Gestalten
g. Alltag als meditative Handlung
Behandlung von einzelnen Themen im Rahmen von Vorträgen
Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch
Arbeiten in Studiengruppen
Aufbau von 2- bis 4jährigen, umfassenden Bildungsprogrammen, die berufsbegleitend absolviert werden. Einzelne Bereiche werden in Blockunterricht vermittelt
3. Öffentlichkeitsarbeit
Organisation von öffentlichen Vorträgen und Seminaren als Tätigkeit auf einem breiteren Basis
Veröffentlichung von Artikeln und Büchern, Studienmaterial
Verlagstätigkeit
Unterhalt und Weiterentwicklung einer Internet-Präsenz
4. Hospiz
In Anlehnung der Tradition der Antoniter ein Hospiz mit 2-4 Betten
5. Gründung einer Schule für die Unterstufe.
Die nächste Generation mit neuen Mustern für das Leben vorbereiten.
Internationaler Rahmen. Die Mitglieder der Akademie arbeiten jeweils in eigener Verantwortung auf Grund von einem gemeinsam ausgearbeiteten Programm.
Ein Leitungsteam von 3-6 Personen, das mit den Lehrern des Projektes ein Programm ausarbeitet. Gleichgesinnte Gastreferenten für Spezialgebiete können eingeladen werden.
Eine Gruppe von 8 Personen hat in einer 4 jährigen intensive Arbeit in ars sacra Lebenswerkstatt Pionierarbeit geleistet und die ersten Erfahrungen gemacht.
Es ist eine tiefe Dankbarkeit in mir wenn ich mich an die reichen Erfahrungen auf den gemeinsamen Weg erinnere.
Agnes Hidveghy
Amden, Oktober 07